Aufbau und Selbstzerstörung einer literarischen Utopie

Jahrbuch 1997

SCHNABELIANA 3

Aufbau und Selbstzerstörung einer literarischen Utopie

Untersuchungen zu Johann Gottfried Schnabels Roman Die Insel Felsenburg
Dietrich Grohnert (Autor)
Gerd Schubert (Herausgeber)

Buch | Softcover
207 Seiten
1997
Röhrig Universitätsverlag
978-3-86110-138-3 (ISBN)

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INHALT

Veränderte geschichtliche Bedingungen verändern auch Sinnbildungen in der Rezeption von Literatur.

Und so scheint es nicht so sehr aus der Luft gegriffen, Schnabels Insel Felsenburg in den 90er Jahren dieses Jahrhunderts auf einen nahezu erstaunlichen prophetischen Aspekt hin zu befragen, der dem Roman vor mehr als 250 Jahren mitgegeben worden zu sein scheint, nämlich die Erkenntnis, daß sozial motivierte und strukturierte Utopien zerbrechen müssen, wenn sie an den Zwängen der Wirklichkeit gemessen werden.

Das Modell ‚Felsenburg‘ bleibt nicht in der Illusion seiner Realisierbarkeit stecken, sondern es öffnet sich für eine Entwicklung, die schon Schnabel erkannt hat, nämlich die Unausweichlichkeit der Unterwerfung unter das geschichtliche Muß, selbst unter der Bedingung seiner Selbstzerstörung.